Als ich im schwül-heißen Guayaquil im Südwesten Ecuadors ankam, hatte ich fast schon das Gefühl, daheim zu sein. Sowohl die offenen Menschen und das angenehme Klima haben mir doch am Ende in Chile sehr gefehlt. Daß es so große Mentalitäsunterschiede innerhalb Südamerikas gibt, hatte ich vorher nicht für möglich gehalten, aber Chilenen können definitiv nicht mit Ecuadorianern verglichen werden. Die Hafenstadt Guayaquil nicht so schäbig und heruntergekommen wie oftmals behauptet. Es wurde in den letzten Jahren viel in Straßen, Parks und Gebäudesanierung investiert und gerade die Flusspromenade erstrahlt heute in neuem Glanz. Hier sei aber erwähnt, daß ich von einem Besuch der Slums abgesehen habe, wie das die bekanntesten Reiseführer übereinstimmend empfehlen.
Nachdem ich zwei Tage Nacht- und Tagesleben etwas genauer unter die Lupe genommen hatte, fuhr ich weiter nach Playas, den Hausstrand der Guayaquilenos. Während meines Besuches fanden in diesem kleinen und etwas zersiedelten Stranddorf die Feierlichkeiten zum 18. Gründungstag der Provinz Guyas statt, den Bewohner
und Besucher mit bunten Straßenzügen und Kundgebungen begingen. Da es jedoch meistens bedeckt war, ging es schon einen Tag später weiter nach Montanita, das im Reiseführer des Volker Feser als "pazifisches Goa für Low-Budget-Reisende" gepriesen wird. Günstige Preise sucht man allerdings ebenso vergeblich wie Clubs mit halbwegs brauchbarer Musik. Montanita ist an einer bewaldeten Bergkette gelegen und verfügt aus diesem Grund über ein eher tropisches Klima. Generell verfügt Ecuador nicht nur über eine für die kleine Fläche bemerkenswerte Anzahl unterschiedlicher Klimazonen, sondern auch der schnelle Wechsel derselben hat mich immer wieder in Staunen versetzt. Auf einer Strecke von nur 100 Kilometern wechseln Vegetaion, Temeratur und Luftfeuchte nicht selten mehrfach. Am letzten Tag erreichte uns die Nachricht eines Erdbebens der Stärke 7.7 vor der Küste von Peru, woraufhin die Behörden eine Tsunami-Warnung rausgegeben und wir uns in die Berge zurückgezogen haben. Für uns war das falscher Alarm, wie sich später herausstellte; in Peru kostete das Erdbeben .jedoch tragischerweise etliche Menschenleben.Aufgrund des anhaltend schlechten Wetters entschied ich mich zur Vorgezogenen Weiterreise nach Puerto Lopez. Während schon bei der Anfahrt nach Montanita der Fahrkartenverkäufer während der Fahrt aus unerklärlichen Gründen einen Stofflumpen ins Getriebe gestopft hatte, hielt der Bus nach Puerto Lopez auf offener Strecke an und die drei Besatzungsmitglieder machten sich mit einem viel zu kleinen Achtkantschlüssel am rechten Vorderrad zu schaffen, welches fortan unter besonderer Beobachtung durch einen der Fahrkartenverkäufer stand. Dabei kommt es einem schle
Meine nächste Station war das eine Busstunde nördlich und in einer trockeneren Klimazone gelegene Manta, so daß ich noch ein paar Tage Strand und Sonne genießen konnte, bevor die Übernachtfahrt nach Quito anstand. Bei meinem ersten Besuch konnte ich weder auf den Teleferico (eine Seilbahn auf 4100 Meter), noch das Mitad del Mundo, das bekannte Äquatordenkmal besuchen. Das h
Von Quito aus bin ich am Montag zu einer Dschungeltour in das Cuyabeno-Naurschutzgebiet aufgebrochen. Warum die Ölkonzerne hier Rückstände aus der Förderung in die Gewässer leiten dürfen, bleibt jedoch ein Geheimnis der als ziemlich korrupt bekannten Regierung Ecuadors. In den vier Tagen sahen wir jede Menge Tiere, einige aus nächster Nähe. Vor allem die Begegnungen mit einer ca. 5 Meter langen Anachonda und einem über 6 Meter langen Schwarzcayman waren etwas ganz besonderes. Beide hatten eine Größe, mit der sie keine natür
lichen Feinde mehr fürchten müssen. Dementsprechend gelassen verblieben sie an Ort und Stelle, als wir uns Ihnen jeweils bis auf wenige Zentimeter näherten. Aber auch die Affenmassen (vor allem Kapuziner-, Totenkopf- und Springaffen), im Baum schafende Ameisenbären und jede Menge exotische Vögel und Schmetterlinge sind für das mitteleuropäische Auge nicht alltäglich. Bei einem Nachtrundgang konnten wir Vogel- und Wolfspinnen, Giftfrösche und Minischildkröten, bei einer Angeltour Hundfisch, Katzenfisch, Rote Piranhas und den Gelbrückengarcique beobachten.




